Vera Nemirova inszeniert Mozarts »Zauberflöte« in Eisenach
“[...] Was in Eisenach gelingt, ist ein Balanceakt zwischen dem Ausspielen der Situationskomik, bis hin zum Slapstick mit erstaunlich triftig modernisierten Sprechtexten, und der kommentierten Ernsthaftigkeit einer Suche nach dem Platz in einer Welt, die selbst nicht mehr ihre Sitzordnung kennt.
Sarastros (souverän: Bernhard Leube) Reich ist mehr Schein als Sein. Die Königin der Nacht (Temi Kamurova) eine dramatisch verzweifelte, blinde Diva, Monostatos (Thomas Christ) fühlt sich in Entführerklamotten wohl, und Papageno (fabelhaft locker: Falko Hönisch) schafft (nur oder immerhin) den Sprung in die Kiste zu Papagena (ganz wörtlich in eine TV-Verpackungskiste).
Am Ende bekommen alle eine Partitur der »Zauberflöte« ausgehändigt.
Ganz so, als wäre es die Urkunde einer bestandenen Aufnahmeprüfung. Oder eben (Lebens)Medizin nach (Mozart)Noten. [...]“
Roberto Becker in Neues Deutschland vom 10.05.2005
Deutschlandfunk Köln
“[...] Regisseurin Vera Nemirowa zeigt Mozarts letzte Oper als jenes heterogene Gebilde, das sie wirklich ist.
Vom einfachen Lied bis zum figuralen Choral reicht die musikalische Palette, die der Fabel vom Volkstheater bis zum hohen Ton der Opera seria. [...]
Als Darsteller waren alle Solisten hervorragend, von der beschwingt supersinnlichen ersten Dame Susan
ne Beyer mit ihrem schönen Sopran bis zu Sarastro Bernhard Leube mit jungem und dennoch profunden Bass. [...]“
Irene Tüngler in Musikjournal am 09.05.2005
Der vertonte Schiller
“[...] Bernhard Leube als Graf von Walther brachte den schwarzen Bass eines Bösewichts ein. [...]“
Dr. Wolfram Klante in der Thüringer Allgemeinen vom 24.05.2005
Der Flautenzuber von Eisenack
“[...] Aber was macht man, wenn “O, Isis und Osiris” chorisch gesungen werden soll? [...] Der nun
teuer gewordene gute Rat erwies sich als billig und allzu teuer zugleich: Eine Tonkonserve aus Meiningen und ein Generalmusikdirektor, der Lautsprecher dirigiert. [...] Da half auch der sonore Bass des Sarastro (Bernhard Leube) nicht aus dem Schlamassel. [...]“
E.T.A.Hoffmanns “Undine” mit der Kammeroper Schloss Rheinsberg
“[...] Trotz der akustischen und inszenatorischen Probleme sind einige schon aufgefallen: zum Beispiel der Berliner Bernhard Leube in der Rolle des alten Fischers, den er gewandt und wortdeutlich über die zwei Rampen brachte. [...]“
Sybill Mahlke im Tagesspiegel vom 27.07.1997